Szegediner Gulasch

Das Szegediner Gulasch ist hierzulande weniger bekannt, ist aber ein fester Bestandteil der österreichisch ungarischen Küche. Es gehört zu den Gerichten, die am zweiten Tag noch viel leckerer schmecken und sich bestens für die Feldküche eignen.
Portionen: 100 Portionen
Gericht: Hauptgericht
Küche: Slawisch

Zutaten
  

  • 20 KG Schweinegulasch (Schulter oder Nacken)
  • 10 KG Sauerkraut
  • 6 KG Zwiebeln gewürfelt
  • 18-20 Ltr. Fleischbrühe
  • 2,5 KG Schweineschmalz
  • 800 g Paprikapulver edelsüß
  • 150 g Paprikapulver rosenscharf
  • 300 g Knoblauch gehackt
  • 120 g Kümmel
  • 15 Stck Lorbeerblätter
  • 120 g Salz
  • 50 g Pfeffer schwarz, gemahlen
  • 4 KG Schmand o. sauere Sahne
  • etwas Essig od. Sauerkrautsaft zum Abschmecken

Kochutensilien

  • 1 Feldkochherd

Method
 

  1. Schmalz/Öl im Bräter erhitzen, Zwiebeln glasig anschwitzen (nicht bräunen!), Knoblauch zugeben, dann Fleisch portionsweise zugeben und kräftig anbraten. Mit Paprikapulver bestreuen (Achtung: nicht verbrennen lassen → sonst bitter). Dann das Fleisch in den doppelwandigen Kessel umfüllen und mit Brühe auffüllen, Lorbeer, Kümmel, Salz und Pfeffer zugeben, dann ca. 60 Minuten sanft köcheln lassen. Nun das Sauerkraut einrühren und weitere 45–60 Minuten köcheln, bis Fleisch weich ist. Optional mit Mehl leicht abbinden. Schmand einrühren (nicht mehr stark kochen!) Mit Essig/Sauerkrautsaft abschmecken.

Notizen

Tipp:
  • Am nächsten Tag schmeckt Szegediner Gulasch noch besser
  • Lässt sich hervorragend warmhalten (65–75 °C)
  • Bestens für Feldküche geeignet, aber vorsicht bei Aluminium Kesseln!!!

Ein Stück Tradition auf dem Teller

Szegediner Gulasch ist weit mehr als nur ein einfaches Schmorgericht – es ist ein echtes Wohlfühlessen mit Geschichte. Trotz seines Namens stammt das Gericht nicht direkt aus der ungarischen Stadt Szeged, sondern ist vielmehr eine Spezialität der österreichisch-ungarischen Küche. Besonders in der kalten Jahreszeit gehört es zu den absoluten Klassikern, die mit ihrem kräftigen Geschmack und ihrer angenehmen Säure begeistern.
Die Kombination aus zart geschmortem Fleisch, würzigem Sauerkraut und aromatischem Paprika macht dieses Gericht einzigartig. Es vereint herzhafte und leicht säuerliche Noten zu einem perfekt ausbalancierten Geschmackserlebnis.

Die Besonderheit: Sauerkraut trifft Paprika
Was Szegediner Gulasch von anderen Gulaschvarianten unterscheidet, ist ganz klar das Sauerkraut. Während klassische Gulaschgerichte oft tomatenbasiert sind, bringt das Kraut eine feine Säure ins Spiel, die hervorragend mit dem würzigen Paprikapulver harmoniert.
Diese Kombination sorgt nicht nur für Tiefe im Geschmack, sondern macht das Gericht auch besonders bekömmlich. Kümmel und Knoblauch runden das Ganze ab und geben dem Gulasch seine typische, leicht rustikale Note.

Zubereitung – langsam zum Genuss
Ein gutes Szegediner Gulasch braucht vor allem eines: Zeit. Das Fleisch wird langsam geschmort, sodass es butterzart wird und die Aromen sich optimal entfalten können.
Zunächst werden Zwiebeln goldbraun angebraten – sie bilden die geschmackliche Basis. Danach kommt das Fleisch hinzu, gefolgt von Paprikapulver, Gewürzen und Brühe. Das Sauerkraut wird schließlich mitgeschmort und verbindet sich mit den übrigen Zutaten zu einer harmonischen Einheit.
Zum Schluss sorgt ein Löffel saure Sahne für eine cremige Konsistenz und mildert die Säure angenehm ab.

Ursprung: Ein Missverständnis mit Kultstatus
Trotz seines Namens hat das Szegediner Gulasch nur indirekt mit der ungarischen Stadt Szeged zu tun. Die bekannteste Geschichte führt ins 19. Jahrhundert in die Zeit der Österreichisch-Ungarische Monarchie.
Der Legende nach soll ein ungarischer Dichter und Beamter namens József Székely in einem Gasthaus in Pest (heute Teil von Budapest) spät abends nur noch Reste vorgefunden haben: Gulasch und Sauerkraut. Der Wirt kombinierte beides – und so entstand angeblich das „Székely-Gulasch“.
Wichtig: Der Name „Szegediner Gulasch“ ist vermutlich eine Verballhornung von „Székely“, nicht ein Hinweis auf die Stadt Szeged.

Vom „Székely-Gulasch“ zur österreichischen Spezialität
Das Gericht verbreitete sich rasch im Gebiet der Monarchie und wurde besonders in Österreich populär. Dort entwickelte es sich weiter und bekam seine heutige Form:
• Verwendung von Schweinefleisch statt Rind
• Zugabe von Sauerkraut als Hauptbestandteil
• Verfeinerung mit saurer Sahne
In Ungarn selbst ist diese Variante weniger verbreitet – dort kennt man eher klassische Gulaschformen wie Pörkölt.

Kulturelle Bedeutung
Szegediner Gulasch ist ein perfektes Beispiel für die kulinarische Vermischung Mitteleuropas. Einflüsse aus:
• ungarischer Paprikaküche
• österreichischer Hausmannskost
• slawischer Sauerkraut-Tradition
verschmelzen hier zu einem eigenständigen Gericht.
Gerade diese Mischung macht es bis heute so beliebt – vor allem in Deutschland und Österreich, wo es als deftige Hausmannskost gilt.

Historische Einordnung
Im 19. Jahrhundert war Gulasch generell ein „Modegericht“ im Habsburgerreich. Mit der zunehmenden Urbanisierung verbreiteten sich regionale Rezepte schnell über Ländergrenzen hinweg.
Szegediner Gulasch zeigt dabei schön, wie:
• Resteessen zur Spezialität werden können
• Namen sich im Laufe der Zeit verändern
• Gerichte durch Regionen „wandern“ und sich anpassen

Fazit
Die Geschichte des Szegediner Gulasch ist weniger eine exakte Entstehungsgeschichte als vielmehr eine kulinarische Legende – aber genau das macht ihren Charme aus.
Ob aus Resten entstanden oder bewusst kreiert: Heute ist es ein fester Bestandteil der mitteleuropäischen Küche und ein echtes Symbol für traditionsreiche Hausmannskost.